Wodans Erben - germanisch, heidnisch, religiös

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17. Kleidung

17. Allgemeine Tracht ist ein Umhang, mit einer Spange oder notfalls einem Dorn zusammengehalten. Im übrigen sind sie unbekleidet; ganze Tage verbringen sie so am Herdfeuer. Nur die Reichsten haben noch Untergewänder, nicht wallende, wie die Sarmaten und Parther, sondern eng anliegende, die jedes Glied erkennen lassen. Man trägt auch Tierfelle, an Rhein und Donau wahllos, im Landesinneren anspruchsvoller; dort fehlt es an sonstigem Putz, wie ihn der Handel vermittelt. Diese Stämme bevorzugen die Felle bestimmter Wildarten; sie ziehen sie ab und besetzen sie mit Pelzstücken von Tieren, die der äußere Ozean und ein noch unbekanntes Meer hervorbringen.

Die Frauen sind nicht anders gekleidet als die Männer; nur hüllen sie sich öfters in Umhänge aus Leinen, die sie mit Purpurstreifen verzieren. Auch lassen sie den oberen Teil ihres Gewandes nicht in Ärmel auslaufen; Unter- und Oberarm sind nackt, doch auch der anschließende Teil der Brust bleibt frei.


Anmerkungen:

Umhang: ein rechteckiges, deckenartiges Gewand, dessen Verbreitung durch zahlreiche Moorfunde bewiesen wird. Die Spange war eine Bügelnadel; der Dorn mußte mit einer Schlinge versehen sein.

Nur die Reichsten...: Mit den Untergewändern meint Tacitus offenbar Leibrock und Hose, Daß nur die Reichsten dergleichen besessen haben sollen, wirkt übertrieben, andererseits sind Hosen bislang nur in Nordwestdeutschland und Leibröcke nur vereinzelnt gefunden worden.

Man trägt auch Tierfelle: Wie die Funde zeigen, waren aus Fellen gefertigte Kleidungsstücke vor allem in Dänemark verbreitet; sie gehörten sämtlich zum Typus des Umhangs. Man verwendete vor allem Schaf- und Lammpelze. Daß man mitunter durch Aufsetzen andersartiger Pelzstücke Farbeffekte zu erzielen suchte, läßt auch das archäologische Material erkennen: daß man für diesen Zweck gerade Meerestiere, etwa Seehunde, ausersehen habe, geht hieraus allerdings nicht hervor.

Die Frauen sind nicht anders gekleidet: eine sicherlich unrichtige Behauptung. Daß nur die Reichsten noch andere Kleidungsstücke besaßen als Umhänge, kann für Frauen nicht gelten. Außerdem trugen sie keine Hosen, sondern faltige Röcke; auch lange einteilige Untergewänder kamen vor.

den oberen Teil ihres Gewandes: gemeint ist das Untergewand, das, wie Tacitus hier andeutet, aus zwei Teilen, aus Bluse und Rock bestand.

Unter- und Oberarm sind nackt: Tacitus hebt dieses Detail hervor, weil es von den in Rom herrschenden Anstandsbegriffen abwich.