Wodans Erben - germanisch, heidnisch, religiös

Du bist hier: Schrifttum → Der germanische Götterhimmel → Lofn, die Tröstliche
Lofn, die Tröstliche

Lofn ist nach Freyja eine Göttin der Liebe und Eintracht und wird von Snorri als eine der Asinnen aufgeführt. Von ihr wird erzählt, dass sie unendlich gütig und milde sei und darum gerne die Wünsche und Anrufungen verzweifelter Menschen erhöre, über die sie verständnisvoll lächelnd ihre gesegneten Hände halte, um zu verhindern, dass keine fremde Macht sie wieder entzweie. Sie bekam einst von Frigg und Allvater Odin die besondere Erlaubnis, Zusammenkünfte zwischen Verliebten herbeizuführen, grade wenn diese Hindernisse durch verschiedene Stände oder andere Nöte im Wege ständen. Nach ihrem Namen heißt die Erlaubnis „Lof“ und wir erfahren, dass sie von den Menschen oft gelobt wurde, wenn sich zuvor entzweite und verloren gegangene Partner wieder gefunden und versöhnt hatten.

Neben Lofn muss unweigerlich der Göttin Sif gedacht werden, einer weiteren Asin, von der es heißt, sie sei eifrig darum bemüht, die Menschenkinder zur Liebe und geschlechtlichen Lust zu entflammen oder deren Sinne darauf zu lenken (vergleichbar dem Liebespfeile verschießenden Amor in der Antike). Nach ihrem Namen wurde die Liebe auch „Sjofni“ genannt, als jene sich zur Geschlechtsreife entfaltende Kraft, welche das Streben zweier Menschen nach Vereinigung herbeiführt.

In Snorris Auflistung der Asinnen leitete er Lofn und Sjöfn vermutlich aus den Kenningar ihrer mythischen Namen ab und folgerte daraus deren Tätigkeiten, die wohl ebenso gut als verkörperte Emanationen der Göttinnen Frigg und Freyja betrachtet werden können. Ansonsten tauchen Lofn und Sjöfn, neben einer kurzen Auflistung in den Merkversreihen der Thulur, in keinen weiteren Überlieferungen auf, und es ist recht unwahrscheinlich, dass jemals eine größere kultische Verehrung stattfand.

Der Text ist von Voenix, das Buch ist erschienen im Arun-Verlag.