Wodans Erben - germanisch, heidnisch, religiös

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Regin, der Mächtige

Regin ist einer der drei Söhne des König Hreidmar und übt das Handwerk des Schmiedens aus. Die Wölsungensage berichtet folgendes über ihn: Nach dem die drei Asengötter Odin, Hönir und Loki dem Hreidmar das Rheingold als Wergild für dessen erschlagenen Sohn Ottur (Otter) ausgehändigt haben, verfallen der König und seine beiden Söhne Regin und Fafnir gänzlich der dunklen Anziehungskraft des Goldes. Es kommt zum Streit, in dessen folge die Söhne ihren Vater töten. Sie raffen de Hort zusammen und fliehen. Fafnir, der Stärkere der beiden, jagt Regin fort und legt sich von da ab auf das verfluchte Gold, worauf er im Laufe der Jahre zu einem Drachen regrediert. Niedergeschlagen, ohnmächtig und voller Zorn auf seinen Bruder, geht Regin darauf in die Fremde. Er begegnet einem Zwerg namens Windhalf, der ihn unter der Erde in die vollständige Schmiedekunst der Schwarzalben einführt.

Schließlich gelangt Regin zu König Hialprek, dem Ziehvater des jungen Sigurd (Siegfried). Als er an dessen Hof zu schmieden beginnt, bittet der König Regin, den kräftigen Regin in die Lehre zu nehmen. So reift in dem alten Schmied ein heimtückischer Plan heran, wie er den Jüngling für seine Zwecken nutzen kann. Immer wieder erzählt er Sigurd von Fafnir, dem riesenhaften Lindwurm und reizt ihn damit, dass es wohl keine größere Heldentat auf Erden für einen Kämpfer gebe, als einen Drachen zu erschlagen. Zuvor muss er noch drei Schwerter für Sigurd fertigen, denn erst das letzte hält der gewaltigen Kraft des Jünglings stand. Mit dieser Waffe ausgerüstet macht sich Sigurd auf, den Drachen zu bezwingen, während Regin den Kampf aus sicherer Entfernung beobachtet. Als Fafnir besiegt in seinem Blute liegt, schneidet Regin dem Drachen das Herz aus dem Leib mit der Bitte an Sigurd, es ihm zu braten, während er selbst etwas schlafen wolle. Der Jüngling tut wie ihm geheißen, kostet dabei aber versehentlich selbst von dem Herzen und versteht plötzlich die Sprachen der Vögel, die ihm vor dem Verrat seines Lehrherren warnen. Da nimmt Sigurd sein Schwert, trennt Regin den Kopf vom Rumpf und isst selbst das Drachenherz. So finden die beiden unrühmlichen Brüder nach vielen Jahren am selben tage den Tod.

Im Nibelungenlied spielt Regin keine erachtenswerte Rolle. Nachdem er von seinem Bruder fortgejagt wird, fristet er ein erbärmliches Dasein im Unterholz und degeneriert über die Jahre zu einem verschrumpelten Gnom, der hasserfüllt auf eine Gelegenheit wartet, es seinem Bruder heimzuzahlen. Als sich diese durch Siegfried ergibt, wiederholt sich das eben geschilderte Szenario. Der Schmiedemeister, bei dem Siegfried sich zuvor sein Schwert anfertigt, ist hier ein verräterischer Zwerg Namens Mime.

Das Wort „regin“ (auch rigndomr), ist im Nordischen und Sächsischen bezeugt und bezeichnete eine ratende und richtende Versammlung der Götter, ähnlich dem Thing. „Ragin“ im Altgotischen bedeutet „Rat“, so dass „regin“ die Götter als Rater und Richter umschreibt, deren einmal gefälltes Urteil das menschliche Schicksal bestimmte. Den Ziehvater Sigurds durch seinen Namen als (falschen) Ratgeber und das daraus für Sigurd entstehende Schicksal zu deuten, wäre somit zwar nahe liegend, bleibt jedoch nur moderne Spekulation.

Der Text ist von Voenix, das Buch ist erschienen im Arun-Verlag.