Wodans Erben - germanisch, heidnisch, religiös

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Sindri und Brokk

Sindri (Funkensprüher) und Brokk (Schmied) sind zwei Zwergenbrüder, die wegen ihrer einzigartigen Kunstfertigkeit große Berühmtheit erlangen. In der Edda machen die beiden Brüder dadurch von sich reden, dass sie drei wunderbare Gegenstände erschaffen. Sie gehören zu den wenigen, die sich von dem hinterlistigen Loki nicht hereinlegen lassen.

Als Loki der Göttin Sif das Haar abgeschnitten hat, fällt er kurz darauf ihrem wütenden Gatten Thor in die Hände. Um von diesem nicht erschlagen zu werden, erklärt sich der Bösewicht bereit, unverzüglich nach Swartalfheim zu reisen, um dort von Iwaldis Söhnen, einer Schar Zwerge, die ihm noch etwas schuldet, Ersatz für Sifs eingebüsstes Haar zu beschaffen. Daraufhin fertigten die Alben für die entstellte Göttin feinstes Goldhaar an, des Weiteren das Faltschiff Skidblatnir für Freyr, sowie den Speer Gungnir für Odin. Loki, nun bester Laune, prahlt daraufhin vor Sindri und Brokk über die Unübertrefflichkeit seiner erstandenen Schätze. Die gekränkten Brüder schlagen ihm nun eine Wette vor, dass es ihnen gelänge, drei ebenso wunderbare Kunstgegenstände anzufertigen, welche die seinen sogar noch übertreffen würden. Wenn sie dieses fertig brächten, würde Loki jedoch mit seinem Kopf dafür bezahlen müssen. Selbstsicher geht Loki auf die Wette ein, und die beiden Zwerge machen sich sogleich an die Arbeit. Loki zieht sich indessen unbemerkt in eine Ecke der Schmiede zurück und verwandelt sich in eine Pferdebremse. Mit seinem Stachel malträtiert er den am Blasebalg arbeitenden Brokk so sehr, dass dieser die zu erstellenden Arbeiten beinahe verderben lässt. Doch trotz dieser Ablenkungen entstehen in der Esse der goldene Eber Gullinbursti für Freyr, der goldene Ring Draupnir für Odin, der die Eigenschaft besitzt, dass in jeder neunten Nacht acht gleiche Ringe von ihm abtropfen, und zuletzt der mächtige Hammer Mjölnir, der Thor erhält, dessen Stiel durch Lokis Verschulden allerdings etwas zu kurz gerät. Nach der Fertigstellung dieser Schätze machen sich Loki und Brokk auf den Weg nach Asgard, wo Odin, Thor und Freyr entscheiden sollen, wer nun die Wette gewonnen habe. Diese bestimmten schließlich Sindri und Brokk zum Sieger, da der Hammer fortan die wertvollste Waffe im Kampf gegen die Riesen darstellt. Loki soll daraufhin sein Wort einlösen, versteht es aber, sich durch eine Reihe von Ausflüchten seiner Enthauptung zu entziehen. Am Ende näht der gekränkte Brokk dem Lästermaul schließlich den Mund mit einem Faden zu.

Die Sagen über Zwerge fanden ihre Entstehung meist in Gebirgsgegenden, wo die Menschen von Bergbau oder der Bewirtschaftung der Almen lebten. Zwerge galten als Symbolträger geheimer Kräfte, wundersamer Kunstfertigkeit und der Kenntnis verborgener Schätze. Im Allgemeinen Volksglauben wird ihr Wesen gerne mit Hinterlist, Gerissenheit und Habgier, aber auch mit Fleiß und Geschick in Zusammenhang gebracht, das einem hilfreich zur Seite steht, wenn man sich ihnen gegenüber mildtätig zeigt. Für menschliches Empfinden sind sie zumeist missgestaltet, großköpfig, bärtig, und ihr Gesicht ist von unzähligen Runzeln übersät. Nach alten Überlieferungen haben sie die Größe eines drei- bis vierjährigen Kindes und erhielten darum oft den Namen Wichtelmännchen oder Däumlinge. Einige von ihnen sollen Kapuzen oder Tarnkappen besessen haben, die sie unsichtbar machten.

Der Text ist von Voenix, das Buch ist erschienen im Arun-Verlag.