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Was ist "Das Heidentum"?

Zuerst einmal möchte ich grundsätzlich klarstellen, daß ich keine Notwendigkeit sehe mich über mein Wissen zu profilieren. Es gibt sicher Leute, die sich hier und da über meine oft "laienhaften Ausführungen" belustigen und oftmals selbst nicht wissen was sie eigentlich reden. Natürlich bin ich in der Lage eine 10-seitige Abhandlung alleine über das Wort "Heidentum" und seine Herkunft zu schreiben, allerdings fällt mir dafür einfach kein Grund ein. Ich werde daher absichtlich, so weitestgehend wie möglich, auf Fremdwörter und tiefgründige Ausführungen verzichten. Dieser Text soll keine wissenschaftliche Erklärung sein. Meine Intention ist die verständliche Erläuterung für Laien und interessierte Menschen.

Der Begriff Heidentum und die Definition der Religion

Wenden wir uns also als Erstes der allgemeinen Definition zur Religion "Heidentum" zu. Das Heidentum ist grundsätzlich eine polytheistische Religion (Polytheismus = "Vielgötterei", er werden mehrere Götter, nicht nur ein Gott verehrt; "Eingottglaube" wie das Christentum = Monotheismus), weltweit gibt es zudem Bezüge zum Animismus (Glaube an die Beseeltheit der Natur). Der Pantheismus ("Gott ist alles") ist hingegen im allgemeinen kein Bestandteil des Heidentums.

Das Heidentum, auch "Paganismus" genannt, bezeichnet die Naturreligionen der Erde, welche bestanden bevor sich die monotheistischen Religionen ausgebreitet haben. Es ist die "Urreligion" unserer Ahnen. Völker und Ureinwohner von Ländern, welche noch heute eher zurückgezogen und ohne den weltlichen Fortschritt leben, oder aber zumindest die alten Traditionen bewahren,, werden oft als "indigene Bevölkerung" bezeichnet (Bsp. Indianer in Amerika, Aborigines in Australien, aber auch die Samen in Nordeuropa). Sie sind naturreligiös, also Heiden - dem Heidentum zugehörig.

Viele stören sich daran, oder argumentieren damit, daß die Bezeichnung "Heiden" erstmalig von den Christen für die "Ungläubigen", noch nicht christianisierten Stämme oder Völker abwertend benutzt wurde. Noch heute herrscht daher vielfach die falsche Meinung Heiden wären Atheisten (Atheismus = Glaube an keinen Gott). Ungläubig waren die Menschen jedoch ja nur im christlichen Sinne, denn nur weil die Menschen nicht an den Christengott glaubten, glaubten sie ja dennoch an ihre Götter - eben die heidnischen. Das Wort "Heiden" bedeutet im weitesten Sinne (ich verzichte auf weitere Herholungen und etymologische Definitionen) "die Heide bewohnend", also Menschen die in der Natur und im Einklang mit ihr leben. Es läßt sich heute gar nicht mehr sicher rekonstruieren, wer wen zuerst so bezeichnet hat usw.. Heute ist das Wort jedenfalls nicht mehr als negativ zu verstehen. Ich möchte daher deutlich sagen: "Heide" ist kein Schimpfwort, sondern die etablierte Bezeichnung naturreligiöser, polytheistischer Menschen. Heidentum ist kein Atheismus.

Wir kennen heute weltweit viele Definitionen des Heidentums. Als Beispiele seien hier das griechische Heidentum, das ägyptische Heidentum, das keltische Heidentum, das germanische Heidentum oder das römische Heidentum genannt.

Das Heidentum - eine Weltreligion

Auf Grund der verschiedenen heidnischen Religionen wird häufig gedacht, daß jede heidnische Religion eine eigenständige Religion ist, welche einen eigenen Pantheon von Göttern verehrt. Aber so ist es nicht. In den uralten Mythen erfahren wir von unserem Göttervater selbst, daß es so viele verschiedene Namen der Götter auf der Erde gibt, weil jedes Volk die Götter nach seiner Sprache benannt hat. Die Mythen gleichen sich sehr oft und dadurch lassen sich sogar sehr leicht Vergleiche ziehen. So wissen wir heute beispielsweise sicher, daß der germanisch-heidnische Gott Tyr im griechischen dem Zeus und im römischen dem Mars entspricht, um nur eins von unzähligen Beispielen zu nennen.

Jede Region der Erde hat eine andere Natur weil überall die göttlichen und riesischen Kräfte verschieden Wirken. In Ägypten werden wir höchstwahrscheinlich in den Mythen keine Angst der Menschen vor den Eisriesen finden, sondern eher der Versuch der Menschen den Sonnengott milde zu stimmen, wohingegen in kalten Regionen der Erde der Sonnengott eher um starkes Wirken gebeten wird. Natürlich haben die Mythen um den Kampf des Donnergottes gegen die Bergriesen in Ländern mit Vulkanen und Erdbeben mehr Gewicht, als in einem flachen Küstengebiet wo eher die Mythen um die Sturm- und Meeresgötter vorrang haben. So erklärt sich, daß jede Region der Erde Ihre eigene Mythenwelt hat. Zwar können wir die Götter oftmals einander zuordnen, aber nur weil die Mythen sich ab uns zu trennen, heißt das nicht das wir von völlig verschiedenen Religionen ausgehen können.

Es wäre auch höchst unsinnig die Religionen einzeln zu betrachten denn, wenn wir in den germanisch-heidnischen Mythen erfahren das die Götter die Erde erschaffen haben, dann haben sie die Erde erschaffen und nicht nur die germanische Region. Die Natur, das Wirken der verschiedenen Kräfte, sowie die Mentalitäten der Völker usw., lassen weltweit die verschiedensten Mythen aufleben, da jede Kraft in jeder Region eine andere Wichtigkeit hat. Dennoch sind es die selben Kräfte, die selben Götter überall, nur mit verschiedenen Namen durch die verschiedenen Sprachen.

Es gibt also nicht "die Götter in dem Heidentum" und "die anderen Götter in dem anderen Heidentum", sondern es gibt nur die heidnischen Götter in der Religion Heidentum, welche sich lediglich in regionalen Definitionen untergliedert. Das Heidentum ist somit eine Weltreligion. Da wir geografisch gesehen im germanischen Raum leben, haben wir das germanische Heidentum als Definition, als unseren Weg, der Religion Heidentum gewählt.

Oftmals wird auch behauptet, daß selbst die germanischen Stämme verschiedene Götter verehrt haben und alle eigene Götter hatten. Dies ist jedoch völlig falsch und nur ein beliebtes Mittel zum Zweck von allgemeinen Heidentumsgegnern und christlichen Forschern. Verschiedene Stämme hatten lediglich mitunter verschiedene Hauptgötter. Es ist doch mehr als verständlich das wir in Mythen eines kriegerisches Stammes mehr über den Kriegsgott erfahren und über den Gott der Landwirtschaft mehr in einem Stamm der hauptsächlich von Bauern geprägt ist. Und auch innerhalb der germanischen Stämme hat es verschiedene Namen für die selben Götter gegeben. Ich möchte dazu noch ein Beispiel anführen: Es ist doch völlig gleich ob wir im südgermanischen Raum in einem Gebiet von Berchta erfahren, in dem anderen von Holle. Ob wir im nordgermanischen Raum in einem Gebiet von Frigga erfahren, in dem anderen von Frick, oder ob wir im 2. Merseburger Zauberspruch von Frija lesen.... wir wissen doch, daß immer ein und die selbe Göttin gemeint ist, unsere Göttermutter.

Das germanische Heidentum

Ich möchte mich also der germanischen Definition des Heidentums zuwenden. Auf Grund der in Fülle vorhandenen Sagen, Märchen und Mythen, könnte man problemlos das nordgermanische Heidentum (Skandinavien) und das südgermanische Heidentum (Deutschland, Schweiz, Österreich etc.) voneinander trennen und als eigenständige Definitionen des Heidentums betrachten. Da sich diese Definitionen aber so dermaßen gleichen, oftmals fließend ineinander übergehen und meistens sogar die selben Götternamen verwenden, betrachten wir das nordische und das südgermanische als eine Einheit "das germanische Heidentum".

Auf eine genaue Erklärung für einen völligen Laien was germanisches Heidentum überhaupt ist, muß ich an dieser Stelle verzichten. Das Thema ist so umfangreich das es hier jeden Rahmen sprengen würde. Ich versuche nur kurz das Grundgerüst zu erklären. Auf die Frage hin, was in unseren Landen religiös alles zum germanischen Heidentum zählt, muß man antworten: alles das was nicht christlich ist - und dies ist fast alles.

Die Christen kamen ja mit keiner Mythologie, sondern lediglich mit einem Buch unterm Arm. Die Christianisierung der Heiden konnte nur gelingen, indem die Christen die Mythen, vor allem aber die Volksbräuche übernommen, und ihnen nach und nach einen christlichen Hintergrund gegeben haben (wo selbst das nicht gelang, kamen die christlichen Machthaber mit Schwert und Feuer). Ostern und Weihnachten beispielsweise, sind urheidnische Feste im naturmythologischen Jahreskreis und haben mit dem Christentum rein gar nichts zu tun.

Unsere heidnischen Ahnen feierten beispielsweise ab dem 21.12. in den darauf folgenden 12 Tagen und geweihten Nächten ("de weihe Nachten") die (Wieder)geburt des heidnischen Licht- und Sonnengottes, denn der 21.12. ist die Wintersonnenwende, von da an werden die Tage wieder länger. Die Christen datierten einfach auf diese Zeit die Geburt ihres Jesus. Hat sich noch niemand der Christen die Frage gestellt, warum Jesus auf alten Überlieferungen immer mit der Sonne hinterm Kopf dargestellt wurde, genau wie der heidnische Licht- und Sonnengott? Wissen die Christen überhaupt, daß es bis vor gar nicht so langer Zeit sogar von Seiten der christlichen Kirche verboten war einen Weihnachtsbaum aufzustellen, weil dies ein altheidnisches Symbol ist und die Kirche es erst seit kurzem erlaubt weil sie merkte, dieser Brauch läßt sich nicht ausmerzen? Welcher Christ weiß heute eigentlich noch, das der rote Weihnachtsmann eine Erfindung zu Werbezwecken der Firma Coca Cola gewesen ist und nichts, rein gar nichts mit christlicher Mythologie zu tun hat? Jedes Fest in unserem Jahreskreis, von Fasnacht über Ostern und Allerheiligen, bis hin zu Weihnachten und allem was dazwischen liegt, sind altheidnische Feste mit jahrtausende altem heidnischen Ursprung.

Trotz des Christentum haben sich die heidnischen Mythen in den Volksbräuchen, Märchen und Sagen erhalten. Frau Holle ist unsere Göttermutter, der Schimmelreiter oder die wilde Jagd beispielsweise unser Göttervater. Überall dort wo wir in den Sagen und Märchen, oder in Flurnamen (Teufelsberg, Teufelssee etc.) vom Teufel lesen, liegt dem ein heidnischer Ursprung, meist heidnische Göttermythen zu Grunde, welche im Laufe der Zeit vom Christentum "verteufelt" wurden.

Überall da, wo wir auf alte Volksbräuche stoßen, auf Weihnachtsbäume und Osterfeuer - Über all da wo wir auf Naturgeister und deren Mythen stoßen (Elfen, Zwerge, Riesen etc.) - Überall wo wir von Hexen und Zauberei, von Runen und Magie erfahren.... immer dann ist es lebendiges germanisches Heidentum.

2 verschiedene Strömungen

Die Politik, Wissenschaft und Forschung, die Christen und allgemeinen Heidentumsgegner, sprechen beim Heidentum in heutiger Zeit vom, so von ihnen genannten, "Neuheidentum" (Neopaganismus). Sie beschränken sich damit auf die allgemeine Esoterikwelle und Heidentum als Modeerscheinung. Die Bezeichnung will abwertend ausdrücken, daß das Heidentum komplett verschwunden war und sich nun eine neue Religion gebildet hat. Allerdings ist es so keinesfalls richtig. Das Heidentum war immer lebendig im Volksglauben und in den Bräuchen und selbstverständlich gab es auch immer Menschen die "den alten Weg" jenseits vom Christentum gingen und somit Heiden waren.

Der Mißbrauch des germanischen Heidentums zur Rassen- und Völkerkunde, sowie die versuchte Rück- Besinnung auf das "urgermanische" im 3. Reich, brachten das germanische Heidentum für Jahrzehnte lang in üblen Verruf, so das das öffentliche Bekennen zu der Religion oftmals Schwierigkeiten mit sich brachte. Heute jedoch kommt die Gesellschaft zum Glück langsam wieder an einem Punkt an, wo sie wissen das ein germanischer Heide nicht automatisch ein Nazi ist. Ein religiöser Mensch darf heute wieder sagen das er religiös ist, ohne deswegen diskriminiert zu werden (Ausnahmen bestätigen diese Regel leider immernoch). Dies führt dazu, daß das germanische Heidentum wieder mehr an Öffentlichkeit gewinnt, was jedoch keinesfalls bedeutet das es vorher tot war und nun somit ausschließlich -Neu-Heidentum ist.

Tatsächlich gibt es im germanischen Heidentum eine Strömung die sich Neuheidentum nennt, diese existiert allerdings nicht im eben genannten Sinne, sondern bezeichnet eine der beiden Strömungen, wovon das Altheidentum die andere bezeichnet. Ich selbst zähle mich zu den Altheiden. Synonyme für das germanische Altheidentum sind beispielsweise: "traditionelles germanisches Heidentum" oder "altheidnische (germanische) Religion".

Da ich die fälschliche Verwendung des Begriffes Neuheidentum in der Gesellschaft erklärt habe, möchte ich nun die wahre Definition von Neuheidentum und Altheidentum aufzeigen und somit gleichsam die beiden Strömungen inhaltlich erklären:

Heidentum ist immer in der Entwicklung - ergänzbar und ausbaubar, egal ob Alt- oder Neuheidentum. Der Unterschied zwischen beiden liegt nicht darin das das eine nur neu und das andere nur alt ist. Das Neuheidentum hat mehr altüberlieferte Bestandteile als neuheidnische. Und genauso kann das altheidnische natürlich auch neue Bestandteile haben.

Dennoch muß beides enorm voneinander unterschieden werden. Das Altheidentum besteht aus allen bekannten Überlieferungen (nichts wird weggelassen weil es jemandem nicht paßt oder unbequem ist) und aus gesicherten neuen Erkenntnissen, sobald diese die bekannten Überlieferungen nicht abändern, von allen nachvollziehbar sind (keine Visionen einzelner möchtegern Propheten) und die altheidnische Religion in ihrer Ethik nicht verändern. Das Altheidentum ist somit die, so weitestgehend wie möglich originale und rekonstruierte Religion unserer Vorfahren.

Das Neuheidentum besteht zu einem großen Teil aus alten bekannten Überlieferungen, jedoch wird es an viel zu vielen Stellen durch neue Erkenntnisse ergänzt. Jedoch nicht so wie im Altheidentum, denn die Neuheiden ergänzen nicht nur, sondern teilweise ersetzen sie mit ihren "neuen Erkenntnissen" altüberliefertes willkürlich und lassen es völlig unter den Tisch fallen weil ihnen das altüberlieferte irgendwie nicht gefällt oder weil sie denken schlauer und spiritueller zu sein als all unsere Ahnen.

Und so entsteht im Neuheidentum eine völlig neue, neu erdachte Religion die niemals konform mit unserem Altheidentum sein kann und je mehr Zeit verstreicht und je mehr neues im Neuheidentum hinzukommt, desto mehr entfernen sich beide Religionen voneinander. Deswegen passiert es, daß sich seit einigen Jahren die Heiden anfangen in diese 2 Strömungen zu spalten weil sie merken, zwar haben sie die selben Wurzeln, aber am Ende hat der eine mit dem anderen nichts zu tun. Denn: Im Neuheidentum wird über die Zeit nicht nur immer mehr neues hinzugefügt, das wäre eventuell sogar verschmerzbar, sondern es wird vor allem immer mehr altes ersetzt.

Auf die Erklärung von weiteren Unterströmungen, welche meist neuheidnisch sind, wie beispielsweise dieser "Kelto-Germanen-MischMasch" oder der "Wiccakult" oder dergleichen, möchte ich an dieser Stelle gerne verzichten.

Das germanische Heidentum in heutiger Zeit

Heute gibt es wieder viele Menschen, die sich von den monotheistischen Religionen abwenden und ihre wahren Wurzeln erkennen oder finden wollen. Es gibt eine Menge von germanisch-heidnisch gläubigen Menschen, wobei zu beobachten ist, daß die Ernsthaftigkeit im Glauben und der wahre Glaube an die Götter schwächer wird, je weiter sich die Menschen vom Altheidentum entfernen, hin zum Neuheidentum. Während wir im Altheidentum mehr ernsthaft religiöse Menschen treffen, finden wir im Neuheidentum - zwar nicht ausschließlich aber überwiegend - so genannte "Mode- und Hobbyheiden", welche dem allgemeinen Esoteriktrend folgen.

Anders als in heidnischer Zeit, gibt es heute keine großen Familienverbände bzw. Sippen mehr. Germanische Stämme existieren nur noch in den Geschichtsbüchern und die Gesellschaft, sowie der Staat selbst, sind allgemein christlich. Um wieder eine Einheit im Glauben zu finden, und um Menschen der gleichen Religion zusammenzuführen, gründen sich immer mehr heidnische Vereine und Glaubensgemeinschaften. Meist pflegen diese eine rege Aktivität, veranstalten Treffen und gemeinsame Rituale und (Jahres-) Opferfeste. Ob ein Verein oder eine Glaubensgemeinschaft ernsthaft religiös, altheidnisch oder neuheidnisch ist, erkennt man meist ziemlich schnell beim genauen hinschauen und meistens tragen die Organisationen ihre Ausrichtung offen nach außen. Vorsicht ist dennoch geboten, denn leider ist auch die Bezeichnung "traditionelles germanisches Heidentum" nicht gleichzeitig eine Garantie für tiefe Religiosität.

Die Heiden finden immer mehr zur Integration ihres Glaubens in den normalen Alltag. Gebete und Rituale sind an der Tagesordnung, das feiern der Jahresfeste eine Selbstverständlichkeit. Mit Freuden ist weiter eine immer größer werdende Akzeptanz in der Gesellschaft zu beobachten.

In den meisten Fällen setzen die Organisationen wieder germanisch-heidnische Priester (Goden) ein. Deren Geltungsbereich bezieht sich allerdings nur auf die jeweilige Organisation. Eine organisationsübergreifende Priesterschaft gibt es nicht. Zwar gibt es immer wieder Organisationen die versuchen als Dachverbände zu fungieren und Priester auch organisationsübergreifend einzusetzen und somit alle Heiden unter sich zu stellen, es sind aber nur ein winziger Bruchteil der germanischen Heiden welche sich einer solchen Institution freiwillig anschließen. Oftmals suggeriert die penetrante Selbstdarstellung dieser Menschen eine viel höhere Wichtigkeit dieser als überhaupt gegeben ist. Die meisten Gemeinschaften und Vereine, sowie organisationslosen Heiden, sind völlig frei und strukturieren ihre Organisationen, auch in der Priesterfrage und Ritualausübung, selbst.

Das germanische Heidentum erhebt heutzutage somit immer größeren Anspruch als vollwertige Religion wieder akzeptiert und anerkannt zu werden. Die Menschen finden ihren Weg zurück zu den Göttern, denn sie wissen das ihre Wurzeln nicht in einer Wüstenreligion liegen können. Die immer weitergehende Zerstörung der Natur und Ausbeutung, frei nach dem christlichen Grundsatz "Macht euch die Erde Untertan", wird von immer weniger Menschen hingenommen und akzeptiert. Die Natur und die Erde wird als göttlich verehrt und behutsam behandelt. Immer mehr Menschen nehmen in dieser materialisierten Zeit die Geister und Götter in der Natur wieder wahr und wollen die Kälte hinter den Kirchenmauern nicht mehr spüren. Jedes Lebewesen wird respektvoll behandelt, da jedes einen Götterfunken und somit eine Seele in sich trägt. Die Menschen welche sich dem Heidentum zuwenden haben erkannt, daß nur sie selbst verantwortlich sind für ihre Taten und sich auch für diese zu verantworten haben. Sünden werden einem nicht durch Aufopferungen Einzelner am Kreuz, oder durch Beichten, oder gar einer Spende an die Kirche erlassen, sondern jeder Mensch formt sich sein Schicksal durch sein eigenes Tun und handeln selbst und findet somit zurück zu einer eigenverantwortlichen Ethik.

© Rognvaldr 2003, überarbeitet 2007, 2011