Wodans Erben - germanisch, heidnisch, religiös

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Nachrichten aus der Heidenwelt

21.07.2010 --- Neuer Heidnischer Dachverband

Am 22.10.2009 wurde erneut eine Initiative zu einem Dachverband heidnischer Vereine Deutschlands ins Leben gerufen. Im Forum der GGG äußerte Géza von Neményi erste Ideen. Nach und nach haben sich Vertreter von heidnischen und germanischen Vereinen als auch Einzelpersonen zu Wort gemeldet. In etwa ein Dutzend Teilnehmer haben auf über 45 Seiten ihr Befürworten aber auch Skepsis und Kritik angebracht. Vor allem unter den Mitlesern von Wodans Erben e.V. und Wodans Erben Jugend konnte die (vor-)urteilsbehaftete Skepsis bezüglich Neményis Allsherjargodenamt und seiner persönliche Sicht dazu vorerst verdrängt werden, um dem Zweck des Dachverbandes nicht im Wege zu stehen.

Die ersten Konzeptaspekte waren, dass der Dachverband von einem demokratischen Gremium geleitet wird. Mitglieder des Verbandes sollen nur Vereine sein. Darüber wurden wieder und wieder Diskussionen angefacht, ob es nicht sinnvoll wäre auch Einzelpersonen oder nicht eingetragene Vereine zuzulassen. Die diskutierende Mehrheit war dem jedoch abgeneigt mit der Begründung, der Verband könne mühelos unterwandert werden von schadhaften Christen oder Verfassungsschutz. Später tauchten sogar weitere Stimmen auf, die auch Beschränkungen für Gäste der zukünftigen Tagungen wollten.

Die Vereine Wodans Erben e.V., Verein für germanisches Heidentum, Germanische Glaubensgemeinschaft e.V. waren maßgeblich beteiligt. Natürlich sollte der Dachverband möglichst viele Heiden vertreten können, deshalb wurden später noch Eldaring, Rabenclan, DG, Heidnische Gemeinschaft, Arbeitskreis Naudhiz, Yggdrasilkreis, OOC, Verneum, Avalonorden, Celtoi und Steinkreis kontaktiert. Der Verband sollte sich also nicht auf germanisches Heidentum beschränken sondern auch keltische Vereine zu lassen.

Zu den Grundkonzepten gehört, dass die Vereine auf einer Ebene zusammen arbeiten sollen, die gegenseitigen Respekt der eigenen religiös-inhaltlichen Überzeugungen wahrt. Des weiteren soll jeder Verein 2 Vertreter in das Gremium entsenden, die dann auf einem oder bis zu fünf Treffen im Jahr tagen. Der Vorschlag die Vertreterzahl nach den Mitgliederzahlen des Vereins zu staffeln wurde abgeschmettert. Bei Abstimmungen soll es ein Vetorecht geben, mit dem ein Teilnehmer einen Beschluss verhindern kann. Wie ein Missbrauch des Vetorechts verhindert werden könnte, konnte nicht ausreichend geklärt werden. Weitere entfernte Zusammenarbeit außerhalb der Tagungen wurde als nötig erachtet.

Die Wichtigkeit eines Dachverbandes wurde für folgende Ziele erkannt: freie Religionsausübung durchsetzen, vorgehen gegen Diskriminierung, Mitspracherecht in Medien und Politik, Öffentlichkeitsarbeit, Gefangenenarbeit, Angehen gegen Falschdarstellungen des Heidentums, Anlaufstelle bieten (mit z.B. Broschüren der teilnehmenden Vereine) und Rückgewinnung oder Nutzbarmachung von Heiligtümern (Nutzungsverträge aushandeln). Des weiteren sollen Symbolverbote gelockert oder aufgelöst werden und heidnische Feiertage durchgesetzt werden. Es soll auch angestrebt werden staatliche Mittel ähnlich wie bei den Kirchen zu beziehen. Andere Vorschläge wie beispielsweise das Ermöglichen von heidnischem Religionsunterricht in Schulen erwies sich als praktisch nicht machbar.

Die laufende Finanzierung wurde mit 50 bis 100 Euro pro Verein und Jahr vorgeschlagen. Für gesonderte Aktionen (z.B. Prozesse) müsste zusätzliches Geld aufgetrieben werden, oder sie könnten nicht durchgeführt werden.

Die Probleme die sich aufgetan haben sind folgende:
Zunächst müssten sich Vertreter der Vereine finden, die auch aktiv bleiben können.
Die Vereine sollen nicht rechtsextrem aufgefallen sein, doch wie steht es mit einzelnen Mitgliedern der Vereine?

Kann der Dachverband neutral den Mitgliedern gegenüber sein, wenn er z.B. einen Pressesprecher wie Neményi hat? Würde die Teilnahme Neményis im Gremium oder später in einem internen Amt neue Probleme bezüglich seiner selbst gegebenen Altheidenvertretung ergeben?

Einige Heiden wie der Eldaring hätten lieber einen Dachverband ohne GGG, was man aber als unmöglich und unfair erachtete. Den eigenen Ruf auf Spiel zu setzen, fürchteten auch einige wie die DG. Wieder anderen reichte die Beteiligung der Vereine in ihrer Anzahl nicht, so beim VfgH.
Neményi versuchte Druck aufzubauen, indem er seine Altheidenvertretung als legitimiert sah, sollte der Dachverband scheitern. Er beteuerte aber später, dass sein Allsherjargodenamt von dem Dachverband nicht beeinträchtigt würde. An anderer Stelle äußerte er Anwandlungen von Erpressung. Wenn er nicht kandidierte für die GGG-Vertretung im Dachverband, um mindestens zwei Vereine mehr gewinnen zu können, dann wollte er Gegenleistungen für sich ausgehandelt wissen.

Das Thema, ob der Dachverband nur seine Mitglieder oder alle Heiden und möglicherweise auch Wicca in Deutschland vertreten soll, war lange Zeit ungeklärt.

Themen wie die Kleiderordnung und der Name des Verbandes schienen sehr wichtig zu sein, um die Gründung voran zu treiben. Auch Störenfriede haben es mit ihren polemischen und provokanten Einwürfen, Verabschiedungen und Wiederkehr geschafft das Forumsthema zu zerklaffen, in die Länge zu ziehen und unlesbar zu machen.

Argumente, die letztlich gegen die Mitgründung des Dachverbandes sprechen, wären, dass der bestehende (oder bestandene) Dachverband ANSE nunmehr mit einem Mitgliedsverein weder Aktivität noch Erfolge zeigte. Außerdem bringt die Mehrarbeit den Nutzen nicht ins richtige Verhältnis zu der Zahl der Heiden in Deutschland, die man vertreten möchte. Man würde ohne Offenlegung von Vereinsmitgliederzahlen wenig Gehör verschafft bekommen. Der Aufwand würde bedeuten, dass weniger Aktivität im eigenen Verein möglich wäre.

Der Wodans Erben e.V. ist mit gutem Beispiel voraus gegangen und hat sich maßgeblich an der Konzepterarbeitung beteiligt. Ronny Pentzien, der Vorsitzende, hat die Gesamtmeinung des Vereins bestmöglich vertreten. Die Mitgliederversammlung hat beschlossen und am 08.03.2010 bekanntgegeben, dass der Wodans Erben e.V. sich vorerst nicht weiter beteiligt. Sollte der Dachverband entstehen oder das Konzept abgewandelt werden, wird der Wodans Erben e.V. es nicht scheuen, dort wieder Interesse zu zeigen.

Das betreffende Thema im GGG-Forum wurde danach geschlossen.

Autor: Alexander Voigt